Heute genau, am 08.04., sind es zwei Jahre, in denen ich barfuß gelebt habe.
Wie ist es dazu gekommen? Mal ein Rückblick und über meine Zeit berichten!
Ich bin schon immer gerne ohne Schuhe gelaufen, aber so ganz barfuß, das habe ich mich dann auch nicht getraut. Ich denke, da hatte ich dieselben Ängste und Befürchtungen wie viele. In dieser Zeit hab ich von vielen dieselben Dinge gehört.
„Ich bekomme eine Blasenentzündung, werde krank, das ist im Winter viel zu kalt und geht nicht, viel zu gefährlich, da tritt man in alles Mögliche rein (gefährlich oder ekelig) und Ausgrenzung, Ablehnung von Freunden, Familie oder Menschen allgemein.“
Hier mal in Kürze eine Erklärung dazu:
- Nein, es gibt keine Blasenentzündung,
- man wird deshalb nicht krank, im Gegenteil, es stärkt das Immunsystem,
- der Körper gewöhnt sich immer mehr an die Kälte und wird im Gesamten Kälte unempfindlicher habe ich gemerkt.
- Ich hab mehr Verletzungen, Schnittwunden an den Händen beim Schneiden von Gemüse und Co und erst einmal eine ober-flächige Schnittwunde am Fuß gehabt. Am nächsten Tag war ich schon wieder barfuß draußen. Und in was ekeliges bin ich noch nicht getreten, ich kann ja drum herum gehen. Auch mit Schuhen möchte keiner in etwas rein treten. Und übrigens, barfuß ist das ganz schnell entfernt. Schuhe sauber machen ist meist nicht so einfach!
- Ich hab absolut keine Ablehnung erfahren und auch nie etwas wirklich negatives im Außen erlebt, im Gegenteil. Ich werde ganz oft im positiven Angesprochen, lerne ganz viele Menschen dadurch kennen und es besteht ein echtes Interesse daran. Also, diese Befürchtung ist total unbegründet. Dazu berichte ich dann noch mal später und das macht vielleicht etwas Mut.
In dieser Zeit haben sich meine Füße langsam daran gewöhnt. Wobei ich tatsächlich Hardcorestart gemacht habe. Tatsächlich von jetzt auf sofort. Nicht langsam. Und dann auch echt keine Schuhe mehr. Dieses Jahr ist ja echt schon richtig warm. Vor zwei Jahren war es gerade Morgens noch richtig kalt, hatte gefroren und auch Tagsüber war es besonders im Schatten noch sehr kalt. Aber, ich hab es geschafft und keine Sekunde bereut!
Körperlich bekommt man echt erst mal richtig Muskelkater in den Beinen, Richtung Gesäß und bis in den unteren Rücken. Die ganze Haltung wird ja dadurch auch verändert. Und dann werden auch die Füße kräftiger. Ich persönlich habe sie auch speziell trainiert und mache das heute noch. Weiterhin verändert sich der Körper und wir können an Fehlstellungen arbeiten, noch mal ganz anders trainieren.
Die Fußsohle verändert sich natürlich auch und nein, es gibt da keine schlimme Hornhaut. Meine Füße sind schöner als je zuvor. Finde ich zumindest und ich bekomme das auch immer wieder im Außen gesagt. Ich geh etwa 2-mal im Jahr zur Fußpflege, aber eher um es mal vom Fachmann überprüfen zu lassen was sich da so tut. Und sie hat das letzte Mal eindeutig bestätigt, die Füße sind kräftiger geworden, auch die Lederhaut natürlich und es hat sich eine Art Schutzschicht entwickelt, das habe ich auch im letzten halben Jahr erst gelernt, stand in keinem der schlauen Bücher. Normalerweise haben unsere Füße unten eine dickere, kräftige Schicht, ich würde sagen eine Art Puffer. Und genau der hilft auch dabei über Steine usw. zu gehen. Dadurch merken wir das dann nicht mehr so extrem. Hier gehört allerdings dann auch die Beweglichkeit der Füße dazu. Und genau der Puffer ist stärker geworden. Bei Schuhträgern verschwindet der völlig. Und sonst sind meine Füße super, gepflegt und gesund!
Und wie ist es mir jetzt im Außen mit meinem Barfußlaufen gegangen?
Mir persönlich natürlich super! Mein extremstes Erlebnis war wohl ein Vorstellungsgespräch barfuß. Ja echt, ich hab mich getraut und schon beim Telefonat gefragt, ob ich barfuß kommen kann. Erst mal war schweigen, so was hatte sie ja noch nie, aber dann war es ok. Allerdings darf ich aus versicherungstechnischen Gründen nicht ohne Schuhe. Aber, da hab ich sofort meine Barfußschuhe aus einer Tasche geholt und da hatte ich tatsächlich sofort die Stelle. So kann es auch gehen! Ja, es hat gezeigt, ich bin flexibel und Lösungsorientiert.
Und so arbeite ich jetzt wieder im Kinderbetreuungsbereich in einem Minijob mit Barfußschuhen. Und die Kinder lieben es, besonders im Winter was es lustig. Noch lustiger findet es meine Kollegin, wenn ich komme draußen barfuß und dann unten im Flur die Schuhe anziehe, gehe ich raus Schuhe wieder aus. Normalerweise ist es ja anders rum!
Das lustigste Erlebnis war letztens ein kleines Kind, etwa 6 Jahre, als ich beim Einkaufen zum Auto gegangen bin und sie meine Füße gesehen hat. Sie meinte zur Mutter, „guck mal, die Frau ist nackig“. Und ich musste echt lachen, bzw. hab so in mich rein gelacht. Und ich konnte es mir nicht verbeißen, hab mich am Auto umgedreht und gesagt, „nein, nackig bin ich garantiert nicht“. Die Mutter meinte, „das würde ich jetzt aber auch nicht sagen“. Und wir haben beide gelacht. Von Kindern kommt ganz oft auch ganz ehrlich etwas. Meist Fragen an die Eltern oder ein erstauntes, „guck mal, die Frau hat keine Schuhe an“, „warum denn“.
Von Erwachsenen werde ich auch sehr oft angesprochen, meist interessiert, es kommt zu Gesprächen und Austausch. Viele sagen sie würden ja auch gerne, trauen sich aber nicht. Noch mehr sind erstaunt, wenn ich berichte wie gesund es ist und wie die Füße unter Schuhen leiden. Beim Zahnarzt im Wartezimmer kam es einmal mit einer Frau zu einem Austausch der nicht wirklich so super war. Sie konnte es nicht akzeptieren und wir haben uns wie gesagt darüber unterhalten. Sie hat krampfhaft versucht mir zu erklären wie schlecht das ist, mir angeblich schaden würde und welche Vorteile Schuhe haben. Ich hab ihr dann einfach berichtet was ich darüber weiß. Letztendlich meinte sie, „ich hab jetzt keine Lust mehr weiter hier mit Ihnen zu diskutieren“ und das in einem nicht mehr so wirklich freundlichem Ton. Ich fand das lustig, ich hatte das ganze nur als ein Gespräch und einen Austausch empfunden, wie schon soooo viele zuvor und keine Sekunde als eine Diskussion. So viele Menschen sind mir jetzt schon begegnet die auch gesagt habe, „ist nichts für mich, kann ich gar nicht, ich liebe meine Schuhe“, usw. Aber wir haben uns immer einfach freundlich darüber unterhalten, dabei gelacht und gut war es. Sie war die einzige die so extrem reagiert hat. Zum Glück, mir macht das absolut nichts aus, ich kann darüber schmunzeln, und dass meine ich jetzt wirklich so. Und dann gehe ich meinen Barfußweg weiter und ich sage euch, der ist eindeutig bereichernder bei all den tollen Wahrnehmungen.
Ja, und da komme ich zu einem Thema worüber ich heute gerne noch etwas tiefer berichten möchte. Die vielen Wahrnehmungen die man natürlich beim Barfußlaufen hat. Diese sind Schuhträgern natürlich vorenthalten. Wie ist das denn, wenn wir Schuhe anhaben? Sie schneiden uns gänzlich von Mutter Erde ab! Wir verlieren dadurch auch den Kontakt zu ihr, die Verbindung. Am Anfang des Barfußlaufens saß ich abends hier, Beine hochgelegt und mir haben die Füße, die Beine hoch total lange gekribbelt. Erst konnte ich das nicht verstehen. Dann habe ich gelernt, es ist die Verbindung zu Mutter Erde, die Energie von ihr und auch in mir. Die Energie kommt wieder mehr ins fließen und ich in Verbindung mit ihr. Das ist Erden! Hier kann ich euch mal den Film „Earthing“ empfehlen. Das habe ich jetzt permanent, also die Verbindung und natürlich Earthing. Ein Buch gibt es auch dazu. Sehr zu empfehlen.
Wir lernen dadurch alles neu kennen finde ich. Ich hab erst mal gestaunt wie viele unterschiedliche Teersorten es gibt. Sehr harten, eher weichen, grob, fein, wärmeren, doch kühleren, … was für viele unterschiedliche Untergründe gibt es die unsere Fußsohlen dann fühlen dürfen! Gras das trocken ist, warm, nass, Sand, Kies der spitz ist oder rund, der ist besonders angenehm und ihr könnt total chillen dabei. Sand, Teppiche mit unterschiedlichen Fasern oder sogar Mustern, Fliesen, dann natürlich Schnee im Winter und auch der ist sowasvon unterschiedlich. Wir lernen die Welt völlig neu kennen. Es ist ein Abenteuer sag ich euch und keinen einzigen Tag langweilig!



Erinnert ihr auch wie es als Kind war wenn es im Sommer geregnet habt und ihr seit ohne Schuhe raus, wie toll das war der nasse, aber doch warme Asphalt unter den Füßen? Oder das feuchte Gras oder in eine Pfütze barfuß springen! Gut, ich bin jetzt nicht reingesprungen, stand aber im Herbst schon auf dem Parkplatz mitten in einer drin und hab mit den Füßen geplatscht. Es hat mir total Spaß gemacht und ich hab mein inneres Kind total getriggert. Ein etwa 6-jähriger Stand neben mir und hat mit offenem Mund meine Füße, dann mich, Füße, mich, … angesehen. Konnte er nicht glauben. Aber es hat einfach nur Spaß gemacht. Und nebenbei mal erwähnt, Barfußfüße sind unbeschreiblich wichtig für die Raumwahrnehmung.
Was mir auch noch mal wichtig ist zu erwähnen, es macht glücklich. Permanent hast du Fußreflexzonenmassage! Und als letztes hier noch erwähnt, es triggert sehr die Achtsamkeit. Meine, aber auch die im Umfeld. Mir persönlich ist aufgefallen, die Menschen sind dadurch mir gegenüber Rücksichtsvoller. Sie möchten natürlich nicht meine Füße verletzten. Wenn da noch jemand achtlos ist, dann sagt das sehr viel über diesen Menschen aus. Hatte ich tatsächlich auch mehrfach. Solche Menschen möchte ich nicht mehr in meinem Bekannten oder Freundeskreis haben. Es hat aber auch meine Achtsamkeit gegenüber Mutter Erde noch einmal sehr verändert. Noch bewusster nehme ich wahr wie Unrat überall hingeworfen wird, natürlich auch Sachen die dann gefährlich für die Füße sein können. Wie achtlos und respektlos ist der Mensch!? Und nebenbei noch, dreckig ist es meist in Gebäuden, evtl. noch Straßen durch die Abgase. Aber eins nicht, Mutter Natur. Mein Verhältnis zu „Dreck“ hat sich da auch noch mal total verändert! Wie oft wird gesagt, „trittst du da nicht ganz oft in Dreck“? Und gemeint ist „Dreck“ in der Natur. Nein, das ist kein Dreck, es ist evtl. Schlamm, es sind vielleicht Blätter, Gräser, …. Und das ist Natur und kein Dreck! Und ganz schnell ist der in einem Bach gewaschen oder in einer Wiese gesäubert. Die Natur ist da nicht weiter schlimm, der Mensch ist da etwas Anderes!

Als letztes möchte ich hier heute noch mal über körperliche Probleme berichten. Darauf werde ich auch immer wieder mal angesprochen. Da ich ja einen angeborenen Hüftfehler habe, hat mir das zu Beginn auch etwas Bedenken gemacht. Wie wird sich das auswirken, geht das überhaupt, bekomme ich dann nicht noch mehr Probleme, … Typisches Kopfkino halt. Aber ich war schnell froh es gewagt zu haben. Alleine schon wegen der Schuhe. Ich hab immer große Probleme mit Schuhen gehabt, bei neuen ständig Blasen gelaufen, es hat überall gedrückt und mehr Schmerzen durch Schuhe als sonst was! Ich weiß gar nicht mehr wann, zu Beginn der zwanziger vielleicht, wurden mir Einlagen verschrieben. Extra angefertigt, hat auch noch einiges gekostet und dann hatte ich mega Schmerzen. Zuerst mal besonders an den Füßen. Nach einigen Stunden damit laufen haben mir die Füße so geschmerzt, man konnte sie nicht mehr angreifen. Stellt euch das mal vor. Und am nächsten Tag weiter damit laufen. Dann hab ich Schmerzen die Beine hoch bekommen, natürlich im Rücken, …. Die Ärzte dann nur, „ja, es dauert halt der Körper muss sich daran gewöhnen“. Ja klar, würde ich auch sagen. Aber nach über einem halben Jahr hatte sich das nicht gebessert und die Schmerzen im Körper wurden immer schlimmer. Da hab ich die blöden Dinger nicht mehr angezogen. Ja, aber Schuhe waren dennoch Horror für mich. Zumindest geschlossene. Obwohl ich nie extrem enge gekauft habe, wirklich nur mal für „Schick“, zu besonderen Anlässen. Und im Sommer kamen sofort offene Schuhe, am liebsten Flip Flops. Und die hab ich meist schnell von den Füßen und da konnte man dann ohne auch mal gehen oder wo sitzen. Das war eine Wohltat. Und dann vor zwei Jahren ist mir in Insta ein jüngerer Mann begegnet, ich hab schon von ihm berichtet, der mich dann beraten hat. Und wirklich, von jetzt auf sofort bin ich den Weg gegangen. Bis heute bereue ich es nicht!
Und körperlich hat es mir sehr gut getan. Und ja, auch hier hatte ich Muskelkater zu Beginn. Der Körper arbeitet und das merke ich auch. Aber hier fühle ich, es ist im positiven Sinne. All die Muskeln in den Füßen werden wieder neu trainiert, die gehen hoch über die Beine, in den Rücken, … Ich bin mir sicher, da wird sich noch viel im positiven ändern. Oft kommt dann noch die Frage, „ich bin schon älter, geht das dann auch noch“? Ja, ich bin auch schon über 50 und es hat mir gutgetan! Es gibt viele Menschen, die weit älter sind und damit anfangen. Und man muss ja nicht permanent ohne Schuhe leben. Es gibt ja auch hier Alternativen. So oft es halt geht ohne Schuhe und wo es nicht machbar ist Barfußschuhe! Sich vielleicht langsam annähern, auch Ängste überwinden, Muskeln aufbauen, …
Nach diesen zwei Jahren habe ich barfuß wirklich eine Menge erlebt. Ärzte, Besuche im Krankenhaus oder Altenheim, Anwälte, sogar am Gericht war ich in einer Verhandlung ohne Schuhe, Banken natürlich, das Vorstellungsgespräch, logo, meinen ganz normalen Alltag wie Einkauf, Geburtstage, Café, Restaurants, Tanken, Glascontainer und natürlich auch Toiletten im Außen. Ganz wichtig! Ich kenne jetzt alle barfußfreundlichen Toiletten und ich sage das den Betreibern dann auch immer mal und lobe sie für ihre saubere Toilette. Und in eine wirklich dreckige würde ich halt nicht gehen, außer es geht gar nicht anders, auch das hatte ich schon mal. Aber eins ist klar, in diese Einrichtung werde ich dann nie mehr gehen! Und wenn ihr m al ganz ehrlich seid, auch mit Schuhen ist es sowasvon ekelhaft in so eine Toilette zu gehen oder? Für echte Extremfälle habe ich auch immer meine Barfußschuhe im Auto, nehme sie manchmal auch mit in die Stadt. Ach, und übrigens, in dieser ekelhaften Toilette war ich damals tatsächlich barfuß. Es war in einem Café und jetzt mal ganz ehrlich, wer möchte in so einem Café was Essen oder trinken? Ich hätte ja meine Schuhe anziehen können, aber sie waren mir zu schade. Ich bin danach an einen Brunnen der uns damals gleich draußen begegnet ist und hab die Füße gewaschen. So schnell geht das dann halt.
Aber wieder zu anderen Themen die doch schöner sind im Abenteuer Barfußlaufen.
Es gibt so viele tolle Erfahrungen im Barfußleben, ihr könnt es euch nicht vorstellen! Aber vielleicht könnt ihr es ja einfach mal öfter selbst versuchen! Gerade dieses Jahr, genau jetzt könnt ihr super gut mal testen, euch immer wieder mal wagen.
Ja, damit möchte ich meinen Bericht über meine ersten beiden Jahre barfuß schließen und freue mich auf eure Anregungen, Fragen und Erfahrungen. Gerne könnt ihr mir auch schreiben oder mir auf Insta folgen, ich freue mich darauf. Auf Insta findet ihr natürlich unbeschreiblich viele Beiträge zum Thema und viele, viele Bilder und auch einige Videos.
In diesem Sinne, alles Liebe, Ilka
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