Ich hatte in den letzten Jahren schon immer Phasen in denen ich mich aus Facebook und Insta zurück gezogen habe, in Telegram und WhatsApp „aufgeräumt“ habe, sprich ich bin Gruppen durchgegangen und bin aus so einigen raus. Aber jetzt hier im Sommer hatte ich eine Phase, da hab ich so gemerkt wie mir vieles absolut nicht mehr gut tut und siehe da, mir sind auch sofort Themen begegnet. Zuerst mal hab ich mich damit befasst was uns heute so sehr stresst und das ist vor allem Handy und Co, bzw. womit wir verknüpft sind, sprich Insta, Facebook, …. Und natürlich Telegram, WhatsApp, … und alle Apps die wir so nutzen. Mir ist so bewusst geworden wieviel Zeit ich damit verbringe und das es mir absolut nicht guttut. Ich habe mir Bücher gekauft und mich eingehender mit dem Thema befasst. Zudem ist mir noch ein Kongress zum Thema Elektrosmog begegnet und das hat mich dann echt geschockt. Was das alles im Gesamten mit uns macht ist heftig. Auf jeden Fall habe ich dann beschlossen mein Handy weniger zu nutzen und das war echt erst mal heftig. Wir alle sind Handysüchtig. Im Durchschnitt sieht jeder alle 3 Minuten auf sein Handy und nach meiner Beobachtung ist es bei vielen noch viel schlimmer. Auch in der Arbeitswelt ist es extrem. Ihr glaubt nicht wieviel Arbeitszeit damit verschwendet wird und es gibt einige Arbeitgeber, die mittlerweile schon Handyfreie Arbeitsplätze haben. Zumindest wo es machbar ist. Und es hat sich dort bewährt, die Arbeitnehmer sind wieder viel effektiver. Aber das alles wirkt sich natürlich auch sehr auf unsere Gesundheit aus und es ist heute meines Erachtens der schlimmste Stressauslöser überhaupt. „Das ständige on sein, immer präsent sein“. Wobei Handy heute nur die Spitze des Eisberges ist. Tatsächlich geht alles sehr viel weiter zurück. Ein gutes Buch verdeutlicht dies sehr, Beschleunigung und Entfremdung. Und ja, das alles entfremdet uns total.

Dies zeigt sich uns überall in unserem Leben, bis hin zu Ärzten die immer unpersönlicher werden, wie unser gesamtes Leben überhaupt.
Nomophobie kommt von der englischen „No-mobile-phone-phobia“ und beschreibt die Angst, mit der Trennung vom Handy auch abgetrennt zu sein von der Welt, unerreichbar für soziale oder auch berufliche Kontakte. Und es meint den Stress, der dadurch entstehen kann, selbst nicht kommunizieren zu können. Auftreten können Stress und dann auch Angst, wenn wir das Mobiltelefon nicht bei uns haben, aber auch wenn wir uns in einem Funkloch befinden oder der Akku sich den null Prozent nähert und wir keine Gelegenheit zum Aufladen haben. Das ist schon heftig oder!?
Hier im Sommer hat mich immer mehr aufgeregt, hier eine App, da eine App und noch eine App, alles nur noch über Apps. Und angeblich soll es ja Zeit ersparen. In einem Café hier habe ich mir tatsächlich eine App von ihnen runter geladen und diese dann, ich glaube 4 mal genutzt. Vorher hatte ich eine Karte auf der man Guthaben ansparen kann bei jedem Besuch. Jetzt halt über die App. Also, man kauft etwas, holt sein Handy raus, startet die App und wenn man dann endlich mal drin ist muss man noch auf die entsprechende Seite gehen und dann …. Jedes Mal ein Zeitaufwand, die Leute hinter mir wurden schon unruhig, ich dann auch, wenn man Pech hat klappt es mit dem Anmelden nicht, … Und wie einfach war das vorher! Karte raus holen, scannen, fertig!!! Jetzt wird man bei den tollen Apps ja auch noch mit Angeboten gelockt! Aber mir hat es nach einigen malen gereicht, ich total genervt weil wieder was nicht geklappt hat und da habe ich mir wieder eine Karte geben lassen und die App gelöscht! Überall nur noch App! Ich habe beschlossen, ich mache da nicht mit und nur, wenn es absolut nicht anders geht. Ein anderes Beispiel, AOK! Letztes Jahr schon kam ich nicht in die tolle App. Also bin ich hier vor Ort hin, die konnten mir nicht helfen. Ich hab dann eine spezielle Nummer bekommen von einer Hotline die nur für die Probleme mit der App ist! Wir haben es nicht hinbekommen. Also sollte mir ein neuer Zugang geschickt werden. Das ging auch nicht anders. Es hat wieder nicht geklappt. Also noch mal anrufen, dasselbe Spiel von vorne. Dieser nette Herr hat sich echt sehr bemüht, es hat ewig gedauert, aber es ging wieder nicht. Und noch mal von vorne. Um es abzukürzen, das hat ein halbes Jahr gedauert bis ich endlich wieder in diese blöde App kam und für was? Nur um Dateien schneller, lach lach lach, hochzuladen. Und jetzt hatte ich hier wieder Probleme mit dieser tollen App. Also AOK angerufen, ja, jetzt gibt es ja eine andere App, die wird in Zukunft nur noch benutzt. Also, ich die runter geladen mit der Frau am Telefon, aber es hat nicht geklappt. Ich kam nicht rein. Ich hab es genau nach ihrer Anleitung alles gemacht, am Laptop noch online in meinem Account, da bekommt man dann nämlich Mails hin gesendet jetzt mit einem freischalte Code. Ich hab es dann aufgegeben, aber es alleine noch weiter versucht. Die Frau hatte es mir nicht richtig erklärt und ich hätte einfach noch einmal weiter klicken müssen. Okay, das war geschafft. Dann wollte ich noch eine weitere Datei hoch laden und es ging wieder nicht, jetzt aber das senden. Also ich noch mal angerufen. Vor allem ein Problem, dort ist nur eine Seite zum einfügen und ich musste zwei senden. Und online sieht alles total anders aus und man findet das überhaupt nicht. Wo der Fehler lag wissen wir nicht, es hat dann aber geklappt ….. irgendwann! Zeitersparnis weil, ist ja mal ganz schnell hochgeladen und gesendet, lach lach lach. Das ganze hat über 2 ½ Sunden gedauert! Und leider, auch hier wurde mir gesagt, teils geht es nur über die App, man kann es nicht so einreichen. Das waren jetzt 2 Beispiele von ganz vielen.
Ich frage mich auch, was sollen dann ältere Menschen machen?
Ich habe eines Abends beschlossen, ich schalte jetzt alles aus was nicht wirklich absolut wichtig ist. Facebook habe ich schon lange ausgeschaltet und ich bekomme keine Nachrichten mehr. Dann Insta ausgeschaltet. Sowohl in Telegram, als auch Whatsapp alles lautlos, nur Nachrichten von wichtigen Menschen. Alle Apps durchgegangen und gelöscht was unwichtig ist. Der erste Abend war dann richtig heftig. Ich hab tatsächlich ständig zum Handy geguckt. Da zeigt sich doch die Sucht würde ich sagen. Am dritten Tag war es ok. Ich bin kaum noch in Insta, verbringe bewusst nur wenige Minuten dort, bin fast nicht mehr in Facekook, da wird eh fast alles nur über Insta geteilt. Ich hatte plötzlich sehr viel mehr Zeit! Und es tut mir sehr gut!
Ein anderer Faktor ist, wir werden bewusst abhängig davon gemacht! Und nein, es ist nicht so das wir mitmachen müssen. Bei sehr vielen Dingen ist es unsere Entscheidung ob wir mitmachen oder nicht. Wenn jemand kein Handy hat kann er ja auch nicht alles über Apps machen.
Beobachtet euch mal, versucht mal einfach euer Handy bewusst eine halbe Stunde in der Tasche zu lassen. Und beobachtet mal die Menschen in eurem Umfeld.


Wie oft gucken sie aufs Handy, Tablet, wie lange nutzen sie es, … Und wieviele unterhalten sich tatsächlich noch wirklich richtig miteinander?
Ja, es hat auch gewisse Vorteile, aber wir müssen es bewusst nutzen! Und dann wieder im echten realen Leben ankommen und echten Kontakt und Austausch mit unseren Freunden, Familie haben. Dies kann uns keine WhatsApp abnehmen.
In diesem Sinne lasst uns ganz besonders jetzt in dieser Zeit wieder mehr Wärme, Nähe im echten Leben verteilen und Handy auf die Seite legen, am besten einfach mal in der Tasche lassen. Bewusste Zeit miteinander!!
Eure Ilka
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