Wenn Zivilcourage mehr als zur Mutprobe wird

Eigentlich wollte ich ja nur kurz etwas einkaufen, doch was auf dem Parkplatz dann als einfacher Hinweis auf einen unberechtigt belegten Behindertenparkplatz begann, endete in einer Situation, die mich fassungslos und tief erschüttert zurück lässt.

Und das bei dem „netten Herren“ nicht zum ersten Mal!

Hier geht es um den krassen Kontrast zwischen dem, was sich Unternehmen auf die Fahnen schreiben, und dem, was Kunden in der Realität erleben. Um Diskriminierung, Beleidigung, Nötigung, tätlicher Angriff und so einiges mehr.

Am 10.03.2026 war ich kurz vor dem Sport in einem Markt an der Umgehungsstraße in Lauterbach, den ich sehr oft besuche. Bisher konnte ich mich auch nicht beschweren, hab mich dort immer sehr wohl gefühlt. Aber an dem Tag hat sich das radikal geändert.

Ich habe dort einen jüngeren Mann zum zweiten Mal darauf aufmerksam gemacht, das er nicht auf dem Behindertenparkplatz parken darf. Beim ersten Mal dachte ich noch, „ok, das ist kein Deutscher, bestimmt ein Migrant, er weiß es bestimmt einfach nicht besser“. Daher habe ich ihn darauf angesprochen und wollte ihn ganz einfach lediglich darauf hinweisen. Seine Ausflüchte schon damals waren, „das hier ist privat, ich darf hier parken wo ich will“, dann kam noch „ich bin hier der Chef, ich darf machen was ich will“. So in etwa war es diesmal wieder. Diesmal dachte ich sofort, „okay, lass gut sein, der ist mehr als resistent“, wollte nicht das es weiter eskaliert und war schon am gehen, da meinte er extrem aggressiv sofort, „du bis doch behindert“ und machte diese typische „Scheibenwischer Geste“. Da hab ich ihn gefragt was das jetzt soll, noch beleidigend werden. Da kam dann noch, „du bist doch blöd“, wieder mit der Scheibenwischer Geste.

Und ja, ich habe das als Beleidigung empfunden in dem Moment!

Er ist dann sofort auf mich zu gekommen, mehr als nah hat er sich vor mir aufgebaut, eindeutig um mich einzuschüchtern. Er ist auch handgreiflich geworden, ist mir sofort an den Kragen, sprich hat mich vorne an meinem Kleid gepackt. Ich hab ihn dann abgewehrt, ihn mit der Hand zurück geschoben, habe laut versucht Aufmerksamkeit zu erregen. Immer wieder habe ich ihn gebeten mehr Abstand zu halten, mich in Ruhe zu lassen, hat er aber nicht gemacht. All meine Beweggründe waren rein defensiver Natur, um den körperlichen Übergriff eines deutlich größeren und aggressiven Mannes abzuwehren. Hierbei hat er mich permanent geduzt, eindeutig um ein Machtgefälle zu erzeugen.

Ich habe dann mein Handy aus meiner Tasche geholt und wollte ein Bild vom Auto machen, da hat er mir einfach mein Handy aus der Hand gerissen, es mir auch nicht wieder gegeben. Er meinte noch, ich dürfte kein Bild von ihm machen, ich mache mich strafbar. Wollte ich ja auch nicht. Ich wollte das Auto auf dem Parkplatz fotografieren. Auch in der Situation habe ich immer wieder laut gesprochen, so das andere Leute aufmerksam werden, hab ihn aufgefordert mir mein Handy wieder zu geben. Ich hab auch versucht es selbst wieder zu bekommen, es hat aber nicht geklappt. Er ist bestimmt einen Kopf größer als ich und ich hatte schon ziemliche Angst. In der Situation ist es zu einer richtigen Rangelei gekommen. In diesem Moment, als er mir mein Eigentum gewaltsam entzogen hatte und ich mich aufgrund seiner körperlichen Überlegenheit und Aggressivität völlig hilflos und ohnmächtig fühlte, kam es zu einer instinktiven Abwehrreaktion. Aus einem Reflex (im Affekt) heraus versuchte ich, ihn mit der Hand auf Distanz zu halten, versuchte ihn zu Ohrfeigen, was jedoch misslang; ich habe ihn nicht getroffen. Es war ein reiner Verzweiflungsakt, um in der bedrohlichen Enge meine persönliche Integrität zu schützen, nachdem er bereits handgreiflich geworden war. Dann ist mir aufgefallen, er hat es nicht mehr. Ich hab mich umgesehen, es lag in einem Einkaufswagen. Er muss es da rein geschmissen haben. Als ich es dann wieder genommen habe konnte ich nicht ein Mal ein Bild machen. Er muss doch tatsächlich in den Einstellungen irgendwas gemacht haben. Ich weiß nicht was er gemacht hat, aber er hatte eindeutig etwas blockiert. Er wollte eindeutig nicht, dass ich ein Bild mache. Ich habe dann einen Moment gebraucht um die Kamera überhaupt wieder zu reaktivieren. Da hat er tatsächlich von mir ein Video gemacht. Finde ich ja schon heftig, ich darf das nicht und mache mich strafbar, er hat aber das Recht dazu ein Video von mir zu machen.

Ich habe ihn darauf aufmerksam gemacht, ich werde Anzeige erstatten und daraufhin meinte er, «wenn du das machen, ich finde deinen Namen und ich mache dich fertig». Damit hat er mir das letzte Mal schon gedroht. Zudem hat er mir auch noch damit gedroht, er würde mich verklagen wenn ich irgendwas gegen ihn unternehme.

Er wollte dann den Chef holen und kam mit einem Angestellten raus. Ich erhoffte mir durch das Hinzuziehen einer weiteren Person eine Deeskalation, die jedoch nicht eintrat. Der hinzugezogene Angestellte hat hingegen ihn unterstützt und mich nur abgewiegelt. Dieser ist dann nach einem Wortgefecht wieder rein und wollte «den Chef» holen. Ich stand dann bestimmt ein, zwei Minuten da, hab gewartet und es kam niemand mehr.

Im Gesamten kann ich nur sagen, Kunden wird gedroht wenn sie auf Missstände hinweisen und dann wird alles nur abgewiegelt.

Ich wollte mich dann beim Chef beschweren, aber nach mehrfachem anklopfen wurde mir die Tür nicht geöffnet.

Vor einem Jahr habe ich dann  im Nachhinein erfahren, der Mann arbeitet tatsächlich in dem Markt. Finde ich ja ehrlich heftig. Ich habe das Auto auch immer wieder dort parken sehen oder auf dem Elternparkplatz, mich auch noch Mal bei der Chefin persönlich beschwert, mehr als ein Mal sogar. Aber es scheint ja nichts passiert zu sein.

Dieses Verhalten ist nicht nur einfach Mal so ein privates Fehlverhalten – es ist Nötigung, die darauf abzielt, Zeugen mundtot zu machen und berechtigte Kritik durch physische Dominanz im Keim zu ersticken.

Das schlimmste ist noch, ich hab jetzt durch einen Bekannten erfahren, diese beiden Männer arbeiten dort sogar in einer höheren Position. Für mich ist so ein Verhalten ja echt ein No-Go

Fakt ist: Parken auf einem Behindertenparkplatz ist ein Verstoß gegen das Straßenverkehrsrecht (StVO)

Behindertenparkplätze sind durch das Zusatzzeichen 1044-10 (Rollstuhlfahrersymbol) geschützt.

  • Wer darf dort parken? Nur Personen mit dem blauen Parkausweis („Besondere Parkerleichterung für Schwerbehinderte“, Merkzeichen aG). Ein einfacher Schwerbehindertenausweis reicht hier nicht aus und ist auch nicht der blaue Parkausweis.

  • Folge: Unberechtigtes Parken ist eine Ordnungswidrigkeit. Auf einem solchen Parkplatz, der der Öffentlichkeit zugänglich ist, gilt die StVO, kann man ja sogar oft lesen „hier gilt die StVO“.

  • Es greift hier ferner das „allgemeine Gleichbehandlungsgesetz“ (AGG)

Das AGG (§ 19) besagt, dass beim Zugang zu Massengeschäften (wie Supermärkten) niemand wegen einer Behinderung benachteiligt werden darf.

  • Anwendung: Wenn Mitarbeiter die Plätze besetzen, wird Kunden mit Behinderung der Zugang zum Markt erschwert oder unmöglich gemacht. Das ist eine unmittelbare Benachteiligung.

  • Recht: Betroffene Kunden könnten theoretisch auf Unterlassung klagen oder sich bei der Antidiskriminierungsstelle beschweren.

Gucken wir Mal auf die Firmenphilosophie, bzw. nach dem Verhaltenskodex von genau diesem Markt so sehen wir, Respekt und Kundenorientierung wird ganz groß geschrieben, doch was, wenn man als Kundin genau das Gegenteil erlebt, weil man sich für die Rechte schwächerer Mitmenschen einsetzt. Und gerade noch als Kundin, sprich Frau gegenüber einem stärkeren, größerem Mitarbeiter.

Ein wertschätzender Umgang mit Kund:innen wird auch ganz groß geschrieben. Eine Ungleichbehandlung aus anderen Motiven etwa wegen, …….. einer Krankheit oder Behinderung ist Diskriminierung – und diese ist bei dem Markt tabu. Ein Verhalten, das dazu führt, Kund:innen beleidigt, erniedrigt oder beschämt werden, ist bei dem Markt unerwünscht. Dazu gehört auch jegliche Form von Mobbing. Anzeichen für Mobbing können Verleumdungen von Beschäftigten oder deren Angehörigen, das Verbreiten von Gerüchten, Drohungen, Beschimpfungen oder Schikanen sein. Aber auch bewusst ehrverletzende oder unwürdige Behandlungen.

So ansatzweise entnommen aus dem Verhaltenskodex des entsprechenden Marktes.

Also meinem Empfinden nach trifft da ja so einiges auf die beschriebene Situation zu und das sogar von einem höher gestellten Angestellten.

Zudem habe ich jetzt noch erfahren, es wird jetzt so dargestellt, als wäre alleine ich handgreiflich geworden, sprich ich bin auf den Mann losgegangen und hätte geschlagen. Fällt schon in den Bereich „Verbreitung von Gerüchten, ist „üble Nachrede, Verleumdung“.

Täter-Opfer-Umkehr (oft auch als Victim Blaming bezeichnet) ist ein psychologisches und kriminologisches Phänomen, bei dem dem Opfer einer Tat die Schuld oder eine Mitschuld an dem Geschehen zugewiesen wird. Da kommen dann so einige Straftatbestände in Betracht!

Dabei wird die Verantwortung für ein Fehlverhalten weg vom Täter und hin zum Betroffenen verschoben.

Wenn ein höher gestellter Angestellter den Begriff „behindert“ nutzt, um Kunden zu diskriminieren, die sich für Barrierefreiheit einsetzen, ist das kein „Ausrutscher“ mehr. Vor allem, wenn dies zum zweiten Mal passiert. Es ist eine menschenverachtende Grundhaltung, die im krassen Widerspruch zu jenem Verhaltenskodex steht.

Anstatt deeskalierend zu wirken, wurde körperliche Überlegenheit genutzt, um mich mundtot zu machen. Ein weiterer höherer Angestellter schaute nicht nur zu, sondern solidarisierte sich mit dem Aggressor. Doch sehr fragwürdige Machenschaften.

Warum mich das jetzt so getriggert hat!?

Da ich selbst eine anerkannte Behinderung habe, einen Hüftfehler, außerdem meinen Opa mit 99 Jahren betreue, der 100% Behinderung hat und kein Merkzeichen aG, bzw. keine Parkberechtigung hat, ich schon im behinderten Bereich gearbeitet habe, habe ich auch ein besonderes Interesse an der Einhaltung der Parkregeln. Ich weiß genau was es für Behinderte bedeutet, wenn diese Parkplätze besetzt sind und sie weit laufen müssen oder wegen Rollstühlen nicht genug Platz haben.

Also nein, das ist für mich nicht so lustig, schon lange nicht bei „Mehrfachtätern“.

Alles Liebe,

Ilka


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Veröffentlicht von higher-frequency

Reiki Meisterin/Lehrerin in unterschiedlichen Reikiarten und Energien, Channelmedium, PSK Ausbildung in Basic und Profi bei Inge Schubert, diverse andere Seminare bei ihr, Engelheilung, Ahnenheilung und psychologische Beraterin.

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