Diesen Sommer war ich einige Tage im Krankenhaus wegen einer Divertikulitis. Es ging mir echt nicht gut, starke Schmerzen, Sonntags dann beinahe 40 Fieber, ich hatte noch einen Infekt dazu bekommen, die Entzündungswerte waren auf 150 und 5 ist normal. Kaum eine Woche später musste ich noch mal in die Notaufnahme und dann eine Nacht zur Überwachung bleiben. Ich sollte dann in der kommenden Zeit eine Darmspiegelung machen lassen, wo man ewig auf einen Termin warten muss, und die war dann letztens dran.
Freitags Mittags kam dann der Befund zu mir und ich war total geschockt! „Low grade intraepitheliale Neoplasie“ und ich musste erst mal Google fragen. Eine seltene, geringgradig bösartige Tumorerkrankung. Ich war wirklich total fertig, hab mit Freunden telefoniert, es dann auch meinem Opa gesagt weil es mir einfach so schlecht ging, vor allem, ich hatte vor einigen Jahren ja schon mal plötzlich die Diagnose Krebs, ich hab damals darüber berichtet. Einen Termin bei meiner Hausärztin hatte ich erst knapp 2 Wochen später. Das ganze Wochenende war ich neben der Spur, hab viel geweint und auch sehr viel nachgedacht.
Warum passiert mir das, was soll mir das sagen? Man denkt darüber nach was so ist, was man mag oder nicht, was man nicht mehr will! Ein Bereich in meinem Leben kostet mich immer wieder sehr viel Kraft. Diese Kraftverschwendung, der ganze Stress, die Energie die man da immer wieder mit verschwendet, immer wieder Kämpfe und dann kommt so eine Diagnose! Was ist den wirklich wichtig im Leben? So viel Mist???? Auf keinen Fall! Mir ist sowasvon klar geworden, ich möchte das nicht mehr und ich möchte mich da auch nicht immer wieder rein ziehen lassen! Das hat an dem Wochenende so sehr in mir gearbeitet und mir so viel vor Augen geführt.
Meine Freundin meinte dann, ich sollte am Montag sofort meine Hausärztin anrufen und telefonisch nachfragen was jetzt wirklich in dem Befund steht. Das habe ich auch getan und Abends sofort einen Termin bekommen. Ihr könnt euch nicht vorstellen wie aufgeregt ich war. Im Auto dachte ich noch, wenn da jetzt wer weiß was Schlimmes raus kommt, hoffentlich kann ich dann überhaupt noch nach Hause fahren. Ich kam dann auch ziemlich schnell dran. Und dann Entwarnung! Es ist nichts Schlimmes und ich brauche keine Angst zu haben. Meine Ärztin hat sich noch darüber aufgeregt, das der Befund überhaupt zu mir geschickt wurde. „Genau wegen solcher Sachen soll das nicht sein“. So ihre Worte. Und sie konnte es auch absolut verstehen das ich es falsch verstanden habe, schließlich steht es so im Befund, bzw. es steht da sogar „kritische Stellungnahme“. Ich kann allerdings nicht nachvollziehen warum das da drin steht, wenn doch nichts Schlimmes ist!? Aber egal! Es war wie ein zweiter Geburtstag. Meine Ärztin meinte noch, jetzt hören sie erst mal im Auto laute Musik und feiern richtig! Und das hab ich auch gemacht. Es hat noch etwas gedauert bis der Stress so richtig abgefallen ist, aber ich war einfach nur froh!
Danach habe ich aber doch noch über so einige Dinge nachgedacht. Wieso ist mir das jetzt zum zweiten Mal passiert, ich bekomme so eine Diagnose und dann ist nichts! Was soll mir das sagen? Auf jeden Fall, das ich meine Energie und Kraft nicht mehr mit so Mist verschwende und diese Energie lieber in Kraft für sinnvolle Dinge in meinem Leben einsetze. Dies ist in den darauffolgenden Tagen immer mehr in mir gereift und mir sind dann auch im Außen Sachen begegnet, die haben mich noch bestärkt und mir regelrecht den Weg aufgezeigt. Obwohl, genau genommen gehe ich ihn schon länger und mir wird es jetzt erst richtig bewusst. Dazu werde ich in den kommenden Tagen noch einen weiteren Blogbeitrag schreiben und etwas sehr Persönliches über mich berichten, was ich jetzt vorhabe und in naher Zukunft plane! Interessant ist, am Anfang des Studiums sollte wir unserem Lehrer schreiben was wir in Zukunft gerne machen wollen, in welchem Bereich wir gerne wirken würden und es führt mich jetzt in etwa genau da hin! Zumindest in etwa!
Ich könnt also gespannt sein!
Und somit habe ich auch erkannt, das Ganze hat auch etwas Positives!
Eure Ilka
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2 Kommentare zu „Plötzlich eine seltene, geringgradig bösartige Tumorerkrankung“